Wohnungsgeberbestätigung: Pflicht bei jeder Anmeldung
Wer in Deutschland in eine Wohnung zieht, muss sich beim Bürgeramt anmelden und dafür eine Wohnungsgeberbestätigung vorlegen. Diese Pflicht gibt es seit der Reform des Bundesmeldegesetzes (BMG) im Jahr 2015. Ausstellen muss sie der Wohnungsgeber, also Vermieter, Eigentümer oder Hauptmieter.
Die Regel soll Scheinanmeldungen verhindern. Wer als Wohnungsgeber die Bestätigung nicht oder falsch ausstellt, riskiert ein Bußgeld bis zu 1.000 €. Wer sich nicht rechtzeitig anmeldet, ebenfalls.
Rechtsgrundlage
Nach § 19 BMG muss der Wohnungsgeber den Einzug innerhalb von zwei Wochen schriftlich oder elektronisch bestätigen. Die Anmeldung selbst muss innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug erfolgen (§ 17 BMG).
In Österreich unterschreibt der Unterkunftgeber auf dem Meldezettel nach dem Meldegesetz 1991. In der Schweiz regeln die Kantone die Anmeldung. Meist genügt eine Kopie des Mietvertrags, und die Anmeldung bei der Einwohnerkontrolle muss innerhalb von 14 Tagen erfolgen.
Was in der Bestätigung stehen muss (DE)
- Name und Anschrift des Wohnungsgebers; ist er nicht der Eigentümer, zusätzlich Name und Anschrift des Eigentümers
- Ob es um einen Einzug oder Auszug geht, mit dem genauen Datum
- Anschrift der Wohnung: Straße, Hausnummer, gegebenenfalls Etage oder Wohnungsnummer, Postleitzahl, Ort
- Die Namen aller Personen, die einziehen, auch der Kinder
- Datum und Unterschrift des Wohnungsgebers
Wer ist Wohnungsgeber?
- Der Eigentümer, der selbst vermietet
- Der Vermieter bei einem normalen Mietverhältnis
- Der Hauptmieter bei Untermiete oder WG-Zimmer
- Die Hausverwaltung, wenn sie dazu bevollmächtigt ist
- Die Eltern, wenn ein erwachsenes Kind bei ihnen wohnt
Wer eine Wohnungsgeberbestätigung für jemanden ausstellt, der dort gar nicht einzieht, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 54 BMG. Für eine solche Scheinanmeldung drohen bis zu 50.000 € Bußgeld.
Papier oder elektronisch?
Die Bestätigung darf auf Papier oder elektronisch erfolgen. In der Praxis ist der unterschriebene Ausdruck weiter üblich, weil viele Bürgerämter ihn im Original sehen wollen.
Wenn der Vermieter sich Zeit lässt
Stellt der Wohnungsgeber die Bestätigung nicht innerhalb von zwei Wochen aus, fordern Sie sie schriftlich mit einer kurzen Frist an, etwa sieben Tage, und mit Hinweis auf die Pflicht aus § 19 BMG. Bleibt es dabei, teilen Sie das dem Bürgeramt mit. Die Behörde kann Sie trotzdem anmelden und gegen den Wohnungsgeber ein Bußgeldverfahren einleiten.
Sonderfälle
WG: Der Hauptmieter bestätigt den Einzug jedes neuen Mitbewohners. Der Vermieter sollte der Untervermietung zugestimmt haben.
Zweitwohnung: Auch eine Nebenwohnung muss angemeldet werden, mit eigener Wohnungsgeberbestätigung. Viele Städte erheben dafür Zweitwohnungsteuer, etwa Berlin, München, Hamburg und Köln.
Hotel oder Ferienwohnung: Hier gibt es keine Wohnungsgeberbestätigung, sondern den Meldeschein des Beherbergungsbetriebs (§ 30 BMG).
Studierende: Hauptwohnung ist die Wohnung, die Sie überwiegend nutzen. Wer unter der Woche am Studienort wohnt, meldet dort in der Regel die Hauptwohnung an.
Datenschutz
Die Bestätigung enthält personenbezogene Daten. Der Wohnungsgeber darf sie nur für die Anmeldung verwenden und nicht an Dritte weitergeben.
Häufige Fehler
- Namen falsch geschrieben oder Personen vergessen: Das Bürgeramt weist die Anmeldung zurück.
- Keine Unterschrift oder die Unterschrift einer Person, die nicht Wohnungsgeber ist.
- Einzugsdatum geschätzt: Es muss der tatsächliche Tag sein.
- Auszug: Eine Bestätigung ist nur nötig, wenn Sie sich abmelden müssen, etwa beim Umzug ins Ausland.
- Gefälligkeitsbestätigung für jemanden, der nicht einzieht: eine Scheinanmeldung mit hohem Bußgeld.
Was Lettrio daraus macht
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