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Krankmeldung an den Arbeitgeber

Melden Sie sich beim Arbeitgeber krank oder kündigen Sie eine Abwesenheit wegen Operation, Mutterschutz oder Pflege schriftlich an.

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Personalabteilung Barrmann Logistik GmbH Kirchsteinstraße 12 04229 Leipzig
Sarah Weisshaupt Ulmenweg 27 04277 Leipzig sarah.weisshaupt@example.com 0170 1234567
Leipzig, den 14. April 2026
Betreff : Anzeige der Arbeitsunfähigkeit ab dem 14. April 2026 – Sarah Weisshaupt, Disposition
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin ab dem 14. April 2026 arbeitsunfähig. Grund ist ein für den 15. April geplanter operativer Eingriff. Meine Ärztin rechnet mit einer Genesungszeit von vier Wochen, sodass ich meine Rückkehr für den 12. Mai 2026 erwarte. Ich habe Herrn Jens Okafor heute Morgen telefonisch informiert. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird elektronisch an meine Krankenkasse übermittelt und steht Ihnen dort zum Abruf bereit. Eine Verlängerung würde ich Ihnen unverzüglich mitteilen. Zur Übergabe: Die Frachtführerprüfung für April ist abgeschlossen und im Ordner Disposition abgelegt. Die beiden offenen Lieferantenreklamationen habe ich heute Morgen in einer Notiz an Herrn Okafor zusammengefasst. Frau Priya Raman übernimmt während meiner Abwesenheit die tägliche Tourenplanung. Für dringende Rückfragen bin ich per E-Mail erreichbar, in den ersten beiden Wochen möglicherweise verzögert. Meinen Rückkehrtermin bestätige ich Ihnen in der Woche davor. Mit freundlichen Grüßen
Sarah Weisshaupt

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Krankmeldung beim Arbeitgeber: Fristen und Formulierung

Die Krankmeldung ist die Mitteilung an Ihren Arbeitgeber, dass Sie arbeitsunfähig sind und wie lange voraussichtlich. Sie ist etwas anderes als die ärztliche Bescheinigung: Die Bescheinigung belegt die Arbeitsunfähigkeit, das Schreiben sagt dem Arbeitgeber, was das für ihn bedeutet — Zeitraum, Übergabe, Erreichbarkeit.

Streit entsteht selten über die Krankheit selbst. Er entsteht über Schweigen, vage Zeitangaben und Fehlzeiten, die nie eingeordnet wurden.

Zwei getrennte Pflichten

§ 5 Abs. 1 EFZG trennt sauber zwischen beidem. Sie müssen die Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer unverzüglich mitteilen — in der Praxis am ersten Morgen, vor Arbeitsbeginn, auf dem im Betrieb üblichen Weg. Und Sie müssen sie ärztlich feststellen lassen: spätestens am vierten Kalendertag, wobei der Arbeitgeber die Bescheinigung schon ab dem ersten Tag verlangen darf.

Die erste Pflicht ist die, an der man scheitert. Melden Sie sich, auch wenn Sie noch keinen Arzttermin haben.

Die eAU ändert die Übermittlung, nicht die Meldung

Seit Anfang 2023 läuft die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für gesetzlich Versicherte elektronisch: Die Praxis meldet an die Krankenkasse, der Arbeitgeber ruft die Daten dort ab. Der verbreitete Irrtum ist, daraus zu schließen, man müsse selbst nichts mehr tun. Die Anzeigepflicht bleibt vollständig bestehen — der Arbeitgeber weiß sonst nicht, dass er überhaupt etwas abrufen soll. Für privat Versicherte und Minijobs in Privathaushalten gilt weiterhin der Papierausdruck.

Was Sie finanziell erwartet

  • Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber für bis zu sechs Wochen (§ 3 EFZG), nach vierwöchigem ununterbrochenem Bestehen des Arbeitsverhältnisses.
  • Krankengeld der Krankenkasse im Anschluss, deutlich unter dem Nettolohn.
  • Bei derselben Erkrankung beginnt der Sechs-Wochen-Zeitraum nicht automatisch neu — dafür gelten Fristen, die sich in Langzeitfällen zu prüfen lohnen.

Was in das Schreiben gehört

  1. Der erste Tag der Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Rückkehr, oder die klare Angabe, dass die Dauer offen ist.
  2. Der Hinweis auf die Bescheinigung — eAU über die Krankenkasse, oder Ausdruck beiliegend.
  3. Eine kurze Übergabe: was dringend ist, wer einspringen kann, wo die Unterlagen liegen. Das ist der Teil, den Arbeitgeber tatsächlich lesen.
  4. Ihre Erreichbarkeit. Sie sind während der Arbeitsunfähigkeit nicht zur Verfügbarkeit verpflichtet; das freundlich vorab zu klären, erspart Missverständnisse.

Psychische Erkrankungen

Erschöpfung, Angststörungen und Depressionen sind Erkrankungen wie andere auch und laufen über denselben Weg. Sie müssen Ihrem Arbeitgeber keine Diagnose nennen — die Bescheinigung, die ihn erreicht, enthält sie ohnehin nicht. Halten Sie das Schreiben sachlich und kurz.

Vor dem Absenden

Lesen Sie die Fehlzeitenregelung in Arbeitsvertrag und Betriebsvereinbarung: Sie benennt den Empfänger, die Frist und die verlangten Nachweise, und ist fast immer strenger als das Gesetz. Schreiben Sie an die Personalabteilung, nicht nur an die Führungskraft, bewahren Sie einen Sendenachweis auf, und schicken Sie bei Verlängerung rechtzeitig eine kurze Nachricht, statt den Rückkehrtermin stillschweigend verstreichen zu lassen.

FAQ

Ab wann brauche ich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Nach § 5 Abs. 1 EFZG spätestens am vierten Kalendertag der Arbeitsunfähigkeit. Ihr Arbeitgeber darf sie allerdings auch schon ab dem ersten Tag verlangen, und viele Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen tun genau das. Maßgeblich ist die Regelung in Ihrem Vertrag, nicht die gesetzliche Untergrenze — lesen Sie die Fehlzeitenklausel, bevor Sie sich auf die vier Tage verlassen.

Muss ich mich trotz eAU noch selbst krankmelden?

Ja, und das ist der häufigste Irrtum seit der Umstellung. Die elektronische Bescheinigung ändert nur den Übermittlungsweg zwischen Praxis, Krankenkasse und Arbeitgeber. Ihre Pflicht, die Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer unverzüglich anzuzeigen, bleibt vollständig bestehen — sonst weiß der Arbeitgeber gar nicht, dass er etwas abrufen soll.

Wie lange zahlt der Arbeitgeber das Gehalt weiter?

Bis zu sechs Wochen nach § 3 EFZG, sofern das Arbeitsverhältnis ununterbrochen vier Wochen bestanden hat. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld, das deutlich unter dem Nettolohn liegt. Bei wiederholter Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Erkrankung beginnt der Sechs-Wochen-Zeitraum nicht automatisch neu — hier lohnt bei längeren Verläufen ein Blick auf die Fristen.

Muss ich meinem Arbeitgeber die Diagnose nennen?

Nein. Die Bescheinigung, die den Arbeitgeber erreicht, enthält keine Diagnose, und das ist bewusst so. Das gilt für psychische Erkrankungen genauso wie für körperliche. Ihr Schreiben sollte sachlich bleiben: Zeitraum, Hinweis auf die Bescheinigung, Übergabe. Wer freiwillig mehr erzählt, schafft sich Erklärungsbedarf, den es rechtlich nicht gibt.

Was passiert, wenn die Krankschreibung verlängert wird?

Lassen Sie die Folgebescheinigung noch während der laufenden Arbeitsunfähigkeit ausstellen — idealerweise am letzten Tag oder davor, sonst entsteht eine Lücke, die Entgeltfortzahlung und Krankengeld kosten kann. Schicken Sie parallel eine kurze schriftliche Nachricht mit dem neuen Rückkehrtermin. Den Termin stillschweigend verstreichen zu lassen, macht aus einer geschützten Fehlzeit eine unentschuldigte.

Kann mir während der Krankheit gekündigt werden?

Eine Kündigung allein wegen der Erkrankung ist unzulässig, ein Kündigungsverbot während der Arbeitsunfähigkeit gibt es aber nicht. Eine krankheitsbedingte Kündigung ist unter engen Voraussetzungen möglich, meist erst nach längeren oder häufigen Fehlzeiten und nach einem betrieblichen Eingliederungsmanagement. Bewahren Sie alle Meldungen mit Datum auf; im Streitfall zählt die Chronologie.

Was ist kostenlos, was kostet Geld?

Die Vorschau mit dem Anfang Ihres Briefs ist kostenlos, drei pro Monat. Der vollständige Brief mit PDF und E-Mail-Kopie kostet 2,99 € pro Brief, ohne Abo.

Sind die Briefe rechtsgültig?

Lettrio schreibt Ihren Brief nach den Regeln und Formvorschriften des gewählten Landes. Lesen Sie ihn vor dem Absenden durch. Eine Rechtsberatung ersetzt er nicht.