Arbeitsvertrag kündigen: so geht es richtig
Mit dem Kündigungsschreiben beenden Sie Ihr Arbeitsverhältnis. Es legt fest, wann die Frist beginnt und welcher Tag Ihr letzter ist. Wer sauber und schriftlich kündigt, hat später weniger Streit um Resturlaub, Arbeitszeugnis und Arbeitspapiere.
Der Arbeitgeber muss Ihre Kündigung nicht annehmen, damit sie wirkt. Sie muss aber eindeutig sein und freiwillig abgegeben werden. Wurden Sie zur Kündigung gedrängt, etwa durch eine Drohung, können Sie sie nach § 123 BGB anfechten, und zwar innerhalb eines Jahres, nachdem die Zwangslage endet.
Der rechtliche Rahmen
Deutschland: Maßgeblich ist § 622 BGB. Die gesetzliche Frist für Arbeitnehmer beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Tarif- oder Arbeitsvertrag können längere Fristen vorsehen, für Sie darf die Frist aber nicht länger sein als für den Arbeitgeber (§ 622 Abs. 6 BGB). Die Kündigung braucht die Schriftform (§ 623 BGB). E-Mail, WhatsApp oder Fax reichen nicht.
Österreich: Angestellte kündigen nach § 20 AngG grundsätzlich mit einem Monat zum Monatsletzten, wenn der Vertrag nichts anderes regelt. Für Arbeiter gelten das ABGB und der jeweilige Kollektivvertrag.
Schweiz: Geregelt in Art. 335a bis 335c OR. In der Probezeit gilt eine Frist von sieben Tagen. Danach ist es im ersten Dienstjahr ein Monat, vom zweiten bis zum neunten Jahr zwei Monate und ab dem zehnten Jahr drei Monate, jeweils auf ein Monatsende.
Fristen auf einen Blick
- DE, Probezeit (höchstens 6 Monate): 2 Wochen, zu jedem Tag (§ 622 Abs. 3 BGB)
- DE, nach der Probezeit: 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende
- AT, Angestellte: 1 Monat zum Monatsletzten (§ 20 AngG)
- CH, 1. Dienstjahr: 1 Monat zum Monatsende (Art. 335c OR)
- CH, 2. bis 9. Jahr: 2 Monate zum Monatsende
- CH, ab dem 10. Jahr: 3 Monate zum Monatsende
Will der Arbeitgeber, dass Sie sofort gehen, kann er Sie nach der Kündigung bezahlt freistellen. Resturlaub wird darauf in der Regel angerechnet, wenn das Freistellungsschreiben es ausdrücklich sagt.
Was im Kündigungsschreiben stehen muss
- Ihr Name, Ihre Anschrift und gegebenenfalls die Personalnummer
- Name und Anschrift des Arbeitgebers, also der Firma, nicht der Vorgesetzten persönlich
- Ort und Datum
- Eine eindeutige Erklärung: «Hiermit kündige ich das Arbeitsverhältnis fristgerecht zum …»
- Ihre Position und das Eintrittsdatum
- Das konkrete Beendigungsdatum, dazu «hilfsweise zum nächstmöglichen Termin»
- Die Bitte, die Kündigung schriftlich zu bestätigen
- Die Bitte um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis nach § 109 GewO
- Ihre eigenhändige Unterschrift auf dem Original
Einen Grund müssen Sie nicht nennen, und meist ist es besser, es zu lassen. Kritik an Vorgesetzten oder Kollegen gehört nicht in das Schreiben. Es bleibt in der Personalakte.
Wie das Schreiben sicher ankommt
Wegen § 623 BGB muss das unterschriebene Original den Arbeitgeber erreichen. In Deutschland haben sich diese Wege bewährt:
- Persönliche Übergabe gegen Empfangsbestätigung: schnell und kostenlos, wenn die Person, die quittiert, dazu befugt ist.
- Einwurf-Einschreiben: Der Zugang gilt mit dem Einwurf in den Firmenbriefkasten als erfolgt.
- Einschreiben mit Rückschein: Vorsicht, wenn niemand annimmt, bleibt nur eine Benachrichtigungskarte, und der Zugang verzögert sich.
In Österreich und der Schweiz ist der eingeschriebene Brief üblich. Die Frist beginnt mit dem Zugang beim Arbeitgeber, nicht mit dem Absenden. Heben Sie den Einlieferungsbeleg bis zur letzten Gehaltsabrechnung auf.
Sonderfälle
Schwangerschaft und Mutterschutz: Der besondere Kündigungsschutz nach § 17 MuSchG (DE) bzw. § 10 MSchG (AT) schützt Sie vor einer Kündigung durch den Arbeitgeber. Sie selbst können trotzdem jederzeit kündigen.
Ausbildung: Nach der Probezeit (höchstens vier Monate) können Auszubildende mit vier Wochen Frist kündigen, wenn sie die Ausbildung aufgeben oder in einen anderen Beruf wechseln (§ 22 BBiG).
Arbeitslosengeld: Wer ohne wichtigen Grund selbst kündigt, bekommt in Deutschland in der Regel eine Sperrzeit von zwölf Wochen (§ 159 SGB III). Melden Sie sich trotzdem so früh wie möglich bei der Agentur für Arbeit. In der Schweiz sind bis zu 60 Einstelltage möglich.
Wettbewerbsverbot: Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot bindet Sie in Deutschland nur, wenn der Arbeitgeber eine Karenzentschädigung von mindestens der Hälfte Ihrer letzten Bezüge zahlt (§ 74 Abs. 2 HGB). In der Schweiz darf es höchstens drei Jahre dauern (Art. 340a OR).
Häufige Fehler
- Mündlich gekündigt: nach § 623 BGB unwirksam, das Arbeitsverhältnis läuft weiter.
- Per E-Mail oder WhatsApp gekündigt: ebenfalls unwirksam.
- Einfach nicht mehr erschienen: Der Arbeitgeber kann abmahnen, fristlos kündigen und Schadensersatz verlangen.
- Kein Arbeitszeugnis verlangt: Der Anspruch aus § 109 GewO besteht, aber Sie müssen ihn geltend machen.
- Resturlaub nicht geklärt: Urlaub, der bis zum Ende nicht genommen werden kann, ist abzugelten (§ 7 Abs. 4 BUrlG). Klären Sie schriftlich, ob Sie ihn nehmen oder ausbezahlt bekommen.
Was Lettrio daraus macht
Sie geben Arbeitgeber, Position, Eintrittsdatum und Ihren letzten Arbeitstag an. Lettrio schreibt die Kündigung mit dem Beendigungsdatum nach § 622 BGB (oder AngG bzw. OR), der Hilfsformulierung, der Bitte um Bestätigung und um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Sie lesen den Anfang kostenlos und schalten den ganzen Brief mit PDF für 2,99 € frei.