Bewerbungsschreiben: das Tor zum Vorstellungsgespräch
Das Bewerbungsschreiben (auch Anschreiben) ist nach wie vor das wichtigste Marketinginstrument Ihrer Bewerbungsmappe. Es ist die einzige Seite, auf der Sie zeigen, dass Sie die Stelle verstanden, die Anforderungen analysiert und Ihre Eignung präzise begründet haben. Ein guter Lebenslauf öffnet die Tür einen Spalt — das Anschreiben stößt sie auf.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz erwarten Personalverantwortliche ein klassisches Anschreiben in Geschäftsbriefform nach DIN 5008. Englischsprachige «cover letters» nach US-amerikanischem Muster sind nur bei internationalen Konzernen und Tech-Unternehmen üblich.
Form: was DIN 5008 verlangt
- Schriftart: Arial, Calibri oder Times New Roman, 11 oder 12 pt
- Seitenränder: links 2,5 cm, rechts 2,0 cm, oben 4,5 cm, unten 2,5 cm
- Absenderblock oben rechts oder oben links, mit Telefon und E-Mail
- Empfängerblock linksbündig (4,5 cm vom oberen Rand)
- Datum rechtsbündig, mit Ort
- Betreffzeile fett, ohne «Betr.:»
- Maximal eine DIN-A4-Seite
Inhalt: die fünf Pflichtbausteine
- Persönliche Anrede: «Sehr geehrte Frau …» / «Sehr geehrter Herr …». Wenn der Ansprechpartner nicht in der Stellenanzeige steht, recherchieren Sie auf LinkedIn, der Karriereseite oder rufen Sie kurz im Sekretariat an. «Sehr geehrte Damen und Herren» ist die letzte Wahl
- Einleitungssatz, der Aufmerksamkeit erzeugt: kein «Hiermit bewerbe ich mich …». Stattdessen ein konkreter Bezug zum Unternehmen oder zur Stelle, der zeigt, dass Sie sich vorbereitet haben
- Eignungsteil: 2–3 Absätze. Greifen Sie konkrete Anforderungen aus der Stellenanzeige auf und belegen Sie sie mit messbaren Erfolgen aus Ihrem Lebenslauf — Umsatz, Reichweite, Projekte, Teamgrößen, Zertifikate
- Motivation: warum gerade dieses Unternehmen, dieses Team, diese Aufgabe — nicht warum Sie eine Stelle suchen
- Schluss: Gehaltsvorstellung (wenn ausdrücklich verlangt — Brutto p. a. oder Monat), frühestmöglicher Eintrittstermin, Bitte um persönliches Kennenlernen, höfliche Grußformel mit handschriftlicher Unterschrift
Gehaltsvorstellung: nur wenn gefragt
Wenn die Stellenanzeige eine Angabe verlangt, recherchieren Sie auf kununu.com, gehalt.de oder StepStone Gehaltsreport — und nennen Sie eine konkrete Brutto-Jahreszahl mit etwa 5–10 % Verhandlungsspielraum nach unten. Frauen unterbieten sich statistisch — orientieren Sie sich am realistischen Marktwert, nicht am bisherigen Gehalt.
Kündigungsfrist und Eintrittstermin
Geben Sie Ihre aktuelle Kündigungsfrist realistisch an. In Deutschland sind 1–3 Monate üblich (§ 622 BGB), bei Führungskräften auch länger. In Österreich oft 1 Monat zum Monatsletzten (§ 20 AngG), in der Schweiz 1–3 Monate je nach Dienstjahren (Art. 335c OR).
Anlagen: was gehört dazu?
- Lückenloser tabellarischer Lebenslauf mit Foto (in DACH üblich, anders als US/UK)
- Letzte Zeugnisse (Schulabschluss, Ausbildung, Studium, Praktika)
- Arbeitszeugnisse der letzten 2–3 Stationen (qualifiziert)
- Relevante Zertifikate (Sprachen, IT, Branche)
- Optional: Projekt-Portfolio oder Empfehlungsschreiben
Versand
In den meisten Branchen erfolgt die Bewerbung heute per E-Mail (PDF-Anhang) oder über das Bewerbungsportal. Klassische Bewerbungsmappen sind nur noch bei klassischen Mittelstandsbetrieben und im öffentlichen Dienst üblich. Bei Postbewerbungen: Einschreiben Einwurf liefert einen Zustellnachweis ohne Empfangsbestätigung des Empfängers.
Speichern Sie alle Dokumente in einer einzigen PDF-Datei: «Nachname_Vorname_Bewerbung_Stellenbezeichnung.pdf». Die Datei sollte 5–10 MB nicht überschreiten.
Initiativbewerbung
Bei Initiativbewerbungen (ohne Stellenanzeige) gilt: zeigen Sie zuerst, dass Sie das Unternehmen kennen — Geschäftsmodell, aktuelle Themen, mögliche Schmerzpunkte. Schlagen Sie eine konkrete Rolle vor («als Verstärkung Ihres Vertriebsteams Süd»). Vermeiden Sie generische Floskeln. Folgen Sie nach 7–10 Tagen telefonisch nach.
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Seit 2006 sind Bewerber durch das AGG vor Diskriminierung wegen Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Identität geschützt. Stellenanzeigen müssen geschlechtsneutral formuliert sein («m/w/d»). In Bewerbungen sind Angaben zu Familienstand, Religion oder Schwangerschaft freiwillig. Werden diskriminierende Fragen gestellt, dürfen Sie wahrheitswidrig antworten («Recht auf Lüge»), wenn die Frage unzulässig war.
Häufige Fehler
- Standardanschreiben: «Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle …» — sofort aussortiert
- Tippfehler im Empfängernamen — sofortiger K.O.
- Mehr als eine Seite — wirkt unstrukturiert
- Lebenslauf nicht referenziert: das Anschreiben darf den Lebenslauf nicht wiederholen, sondern interpretiert ihn auf die Anforderung hin
- Gehaltsvorstellung ohne Recherche: zu hoch wirkt überheblich, zu niedrig signalisiert mangelndes Selbstwertgefühl
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